Im Zuge der voranschreitenden Digitalisierung verschwindet u.a. nicht nur die Handschrift, sondern auch das Handwerk tritt immer mehr in den Hintergrund.Die Digitalisierung hat schon längst die Kunst erfasst und so erscheint es uns lohnenswert, Künstler*innen auszustellen, die in ihrer Kunst an alte Techniken anknüpfen wie den Holz- oder Linolschnitt oder die traditionelle Glaskunst, diese Handwerkskünste aber erneuern: Durch ungewöhnliche Themen, Anordnungen, Kombinationen und eine erfrischende Farbigkeit. Beide Künstler*innen setzen die traditionellen Handwerkskünste als Grundlage für ihre neue Sichtweise auf die Welt ein und konfrontieren so wiederum unser Auge mit Neuem und Ungewohntem. Wir erleben Kunst und Handwerk in neuer Kombination. Eine Wertschätzung des Handwerks, das gleichzeitig vor dem Verschwinden bewahrt wird in unserer digitalisierten Welt. Eine Rücksicht und Vorausschau zugleich. Das Schloss in seiner wunderbaren Weserrenaissance scheint uns ein guter Ort zu sein, Altes und Neues zu vermischen und zu ergänzen. Pia E.van Nuland benutzt in ihrer „Gedruckten Malerei” die herkömmlichen Drucktechniken wie Linol- und Holzschnitt. Weitet die Grenzen des Mediums aber immer weiter aus. So verwendet sie durchaus bis zu zwölf Farbtöne für ihr Werk, das eine Größe von 120 x160 cm haben kann. Gedruckt wird mit Ölfarben auf Leinwand oder auch auf Büttenpapier. Bedingt durch die Schnitttechnik entstehen Strukturen und Muster, die das Motiv verfremden. Das Verhältnis des Menschen zur Natur, bzw. zu seiner Umwelt, in der er doch immer nur Gast bleibt. Der Glaskünstler Torsten Rötzsch hat die traditionelle Glaskunst erlernt und arbeitet seit 2019 als freischaffender Künstler. Das Material Glas bietet ihm vielfältige Möglichkeiten der Bearbeitung. Er nutzt die Möglichkeiten des heißen Glases, wie er sagt. Die schnelle Entscheidung im dynamischen Prozess. Anders die Arbeit am fertigen erkalteten Glas, wo er durch Schleifen neue Strukturen schafft. Es entstehen ganz unterschiedliche Werke, filigrane Installationen, kompakte Objekte, aber auch stark farbige Gläser und Objekte, die von der Antike inspiriert sind. Die Themen findet er während des Arbeitsprozesses. Die beiden Künstler*innen ergänzen sich in ihrem Selbstverständnis zu ihrer Kunst, mit traditionellen Techniken Neues zu schaffen, die uns entschleunigt und erdet. Überraschend. Vielfältig. Innovativ.

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